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Die Theatersanierung


Spätestens zur Jahrtausendwende war klar, dass eine grundlegende Sanierung des damals fast 100 Jahre alten Stadttheaters keinen Aufschub mehr duldete. Die Arbeitssicherheit war für die Akteure auf der Bühne nicht mehr gegeben. Eine Schließung des Theaters konnte nur noch mit Aussicht auf eine anstehende Sanierung abgewendet werden. Auch entsprachen Zuschauerraum und Gästebereiche nicht mehr den Anforderungen eines modernen Theaterbetriebs.

Daher fiel die Entscheidung, die Theatersanierung und die anschließende Unterhaltung des Theaters einer neu gründenden Theaterstiftung zu übertragen.

Nach ihrer Gründung im Dezember 2001 ging die Theaterstiftung ans Werk.

Den Siegern eines Einladungswettbewerbs zum Umbau des Theaters, den Architekten des Büros Beneke-Daberto DBP München GmbH (später umbenannt in Theater Projekte Daberto und Kollegen, Planungsgesellschaft mbH), wurde vom Kuratorium der Theaterstiftung 2002 die Generalplanung für die Sanierung übertragen.

Der Kostenrahmen wurde auf 23 Mio. Euro festgelegt – er wurde eingehalten.

Nach erfolgter europaweiter Ausschreibung begannen im September 2004 die Bauarbeiten.

Dabei spielten die Gesichtspunkte des Denkmalschutzes eine ebenso große Rolle wie das Ziel, optimale Bedingungen für Zuschauer und Theaterschaffende zu erreichen.



Für den Theatersaal wurde eine mutige und konsequente neue Gestaltung von hoher Qualität entwickelt. Durch ein steileres Parkett und nur noch einen Rang wurden gute Sichtverhältnisse von allen Plätzen geschaffen.



Die Decke des Theatersaals wurde neu gestaltet, um dort 3 Beleuchtungsbrücken unterzubringen und durch veränderbare Elemente über der schalldurchlässigen Gitterdecke die unterschiedlichen akustischen Anforderungen für das Musiktheater und das Sprechtheater erfüllen zu können.



Der Orchestergraben wurde vergrößert, damit 64 Musiker der Bielefelder Philharmoniker Platz finden können. Gleichzeitig wurde die Möglichkeit geschaffen, den Orchestergraben zu Gunsten einer Szenenfläche oder zusätzlicher Zuschauerplätze zu verkleinern oder ganz abzudecken.



Die Bühne erhielt ein von 8,25 m auf 12 m verbreitertes Bühnenportal. Die Bühnenfläche kann mit einer Drehbühne weitgehend variabel gestaltet werden. Die Bühne ist auch in der Höhe verstellbar. Sie kann sogar schräg gestellt werden. Doch das Konzept sah über die Veränderungen von Theatersaal und Bühne hinaus weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Spielbetriebs vor.



So wurden die Funktionswege begradigt, die Garderoben neu angeordnet und die Sanitäranlagen saniert. Darüber hinaus wurde die Kantine an eine strategisch günstigere Stelle verlegt und ein Anbau mit guter Anfahrbarkeit zur Belieferung des Theaters errichtet. In dem Anbau wurde ein neuer Tanzsaal, die Schlosserei und ein Vormontagesaal untergebracht.



Es wurde eine Verbindungsbrücke über die Brunnenstraße geschaffen, durch die eine enge Verbindung zwischen Stadttheater und den Werkstätten und Magazinen im angrenzenden Dürkopp-Gebäude möglich wurde. Wichtig waren auch technische Maßnahmen bei den Werkstätten sowie eine Erneuerung und Anpassung der Betriebstechnik und der technischen Gebäudeausstattung unter Berücksichtigung der Brandschutzauflagen.



Eine neu geschaffene „Theaterlounge“ als multifunktional nutzbarer Treffpunkt im ersten Stock ist heute wichtiger Anziehungspunkt für die Besucher des Theaters.



In der dritten Etage des Stadttheaters wurde das „Loft“ eingerichtet, in dem kleinere Veranstaltungen durchgeführt werden können. Und schließlich wurde eine denkmalgerechte Sanierung der Fassade des Stadttheaters durchgeführt.



Am 15. September 2006 wurde das Bielefelder Theater festlich wiedereröffnet. Bei einem Theaterfest mit „Tag der offenen Tür“ konnten sich alle Theaterfreunde von der gelungenen Sanierung überzeugen. Die Bielefelder stürmten ihr Theater – die Begeisterung und Zustimmung der Bevölkerung waren riesengroß. Mit der „Hochzeit des Figaro“ startete am 19. September 2006 der Theaterbetrieb wieder an der gewohnten Stelle – und doch in völlig neuer Umgebung.

DAS BESONDERE ANGEBOT